Bericht vom:
König & Cie Pokal, Mühlenberger Segel Verein Elbe, 13./14. August 2005
Am Freitagnachmittag machten sich die beiden Opti Duos (Aktiver + Shore Crew) Lutz + Mats Ackermann und Manfred + Malte Achtenhagen auf den Weg nach Hamburg, um auch einmal das Segeln in Tidengewässern kennen zu lernen. Ziel war für Mats, nach den guten Trainingsergebnissen zu erfahren, ob diese auch in einem starken Opti A Feld in ungewohnten Gewässern anhalten und möglichst die ersten Punkte für die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft im nächsten Jahr einzufahren (Das heißt Platzierung im erstes Viertel). Für Malte war es erst die 3. Regatta überhaupt und hier war das Ziel: erste Hälfte bei Opti B. Großes Staunen bei den Kindern nach Ankunft in Blankenese, da fuhren Schiffe so groß wie Hochhäuser direkt an Ihnen vorbei und da sollten Sie also segeln! Direkt am Elbufer gegenüber des großen Airbuswerkes wurde das Zelt aufgeschlagen und recht früh zu Bett gegangen, denn die Nacht war nur kurz, da der erste Start am Samstag bereits auf 8.00 Uhr festgelegt war. So früh, weil nur ca. 2 Stunden vor und 2 Stunden nach Hochwasser das Segeln auf dem Mühlenberger Loch überhaupt möglich ist. Danach ist das Wasser weg und man kann, wo eben noch gesegelt wurde, durchaus Fußball spielen! Im Schlepp ging es über das Elbfahrwasser zum Regattagebiet. Starter: 28 Opti A, 46 Opti B 1.Wettfahrt: Wind: West 2-3 Verhaltener Start bei beiden Jungs. Mats kommt als ca. 15. an die erste Luvtonne, fuhr noch etwas orientierungslos über den Parcour mit zu vielen Wenden. Malte genau so, bei dem großen Feld jedoch für den Anfang erst einmal zufrieden stellend. Mats verbessert sich bis zum Ende zwar noch auf Platz 13, für die Quali jedoch zu wenig. Malte fällt im Ziel bis auf Platz 22 zurück. Das ist zwar Minimalziel, aber man merkt, da ist mehr drin. 2. Wettfahrt: Wind West 3-4 Jetzt geht’s los! Mats startet gut, fährt konsequent nach links und ist an der ersten Tonne 5. Bei auffrischendem Wind verbessert er sich nach der zweiten Kreuz auf Platz 4 und auf der kurzen Zielkreuz sogar noch auf den 3.! Malte startet auch an der Flagge, geht noch weiter auf die linke Seite, und kommt als 2. an die Luvtonne! Auf dem Vorwindgang hält er den 2. Platz. Jetzt kommt die zweite Kreuz, der Ebstrom beginnt bereits Wirkung zu zeigen und der Wind nimmt zu. Wieder auf die linke Seite, aber Gegner im Auge behalten! Macht er richtig und kommt als Erster an die zweite Luvtonne! Vor dem Wind ist er noch zu unsicher und fährt „übergeigt“ Knapp 2. an der Leemarke. Jetzt die kurze Zielkreuz. Der Gegner hat zur Hälfte gewendet und Malte die Chance eröffnet den kürzeren Weg direkt zum Ziel zu nehmen. Das tut er auch und der Sieg ist ihm nicht mehr zu nehmen. Noch 20 Meter, jetzt die letzte Wende…………Gekentert! Alles aus! Der Vater wird im Begleitboot fast ohnmächtig und hadert mit der Welt und der Ungerechtigkeit darin. Heulend sitzt ein Häufchen Elend, Wasser schöpfend in seinem Opti und muss mit ansehen, wie ein Boot nach dem anderen an ihm vorbei ins Ziel fährt. Zu allem Unglück läuft der Strom auch noch gegen an. Mit halb vollem Schiff rettet er noch einen 14. Platz ins Ziel. 3. Wettfahrt: Wind West 4-5 (Schauerböen) Die A Optis kommen nach dem 2. Startversuch mit „Black Flag“ endlich los. Der Strom setzt jetzt schon voll mit und das Feld wird immer wieder über die Linie getrieben. Wer jetzt auf der Kreuz zu weit ausholt, der darf mit aufgefierten Schoten zum Fass fahren – und das sind auch bei A nicht wenige. Mats gehört nicht dazu. Wieder die richtige Seite gefunden und sich an den Führenden rangehängt. Belohnung: Platz 3 an der Luvtonne. Diesen hält er bis ins Ziel! Super! Platz 3 gesamt nach dem ersten Tag und nur noch eine Wettfahrt am Sonntag zu segeln. Bei den Optis B schlug das Chaos voll zu! Die A’s waren schon auf dem Weg nach Hause und der Wind hatte noch weiter zugenommen. Mit stärker werdenden Ebstrom trieben die Opti B bei ihren Startversuchen immer wieder über die Startlinie. Dann ging es endlich los, jedoch nur bis zur Luvtonne. Wer dann auf dem Vorwindgang noch nicht in der steilen Wind-gegen-Strom Welle vollgelaufen war, der fiel spätestens bei der Halse an der Leetonne um. Aber es schafften dann doch noch ca. 10 bis ins Ziel. Malte gehörte leider nicht dazu. Vollgelaufen und gekentert, war das Maß für diesen Tag erst einmal voll. Mats leistete dann jedoch wieder Aufbauarbeit bei seinem entnervten Teammate und bei einem ausgiebigem Stadtbummel mit Eisessen bei „Hägen Dazz“ und Abendbrot im „Blockhaus“ wurde die Welt wieder zurechtgerückt. 4. Wettfahrt: Wind Südost 2, Regen Aggressiver Start bei A, Mats startet unten an der Flagge, kommt gut weg und ist an der Luvtonne 1.! Auf dem Vorwindgang kann er den Angriff des späteren Gesamtsiegers noch abwehren. Auf der 2. Kreuz ist der vorbei. Mats fährt bei diesem leichten Wind teilweise zu wenig Höhe und beim Kampf mit GER 10624 sind ihm zwei andere oben rüber gefahren. Platz 4 nach der zweiten Kreuz. Berg runter ändert sich nichts, aber auf der Minizielkreuz fährt Mats den direkten Weg und fängt den vor ihm noch ab. Platz 4 und damit sicherer Gesamt 3.! Aber warum heult er dann, als wir mit dem Begleitboot näher kommen? Frühstart! Später stellt sich heraus, dass er wohl ganz knapp der 3. Frühstarter war, den die Jury noch erkannt hatte. Das zweite Pech für die Röbeler, nach Maltes Kenterung auf der Ziellinie! Doch der hatte noch Großes vor! Schon nach dem Start im Spitzenfeld liegend fuhr er auf der ersten Kreuz auf Platz 3 vor. Dann lieferte er sich bis ins Ziel ein Match mit der späteren Gesamtsiegerin um Platz 2, das er knapp gewann. Zur ausgleichenden Gerechtigkeit hatte der 1. dann auch noch einen Frühstart hingelegt, so dass Malte doch noch zu seinem ersten Wettfahrtsieg kam! Fazit: Die Reise hat sich gelohnt! Mats hat mit seinem Gesamt 5. Platz die ersten Qualifikationspunkte eingefahren und konnte sehr gut in der Spitze der nordwestdeutschen Opti A Flotte mithalten. Malte wurde insgesamt doch noch 13. und damit fast im ersten Viertel. Die „Ziellinienkenterung“ mitgezählt, hat er zwei von 4 Wettfahrten gewonnen. Als Anfänger nicht schlecht. Außerdem haben die Jungs das Stromsegeln in aller Ausführlichkeit kennen gelernt. Das kann sicherlich für die weitere Karriere nicht schaden. Lob auch dem MSC für die reibungslose Organisation. In diesem schwierigen Revier hatten sie die Situation jederzeit im Griff. Übrigens der MSC hat 230 Kinder und Jugendliche als Mitglieder und jeden Tag mindestens 2 Opti Gruppen auf dem Wasser.
Bericht von Malte und Manfred Achtenhagen |